Gustav Klimt – der Stoclet Fries

Der “Lebensbaum“ ist wohl der bekannteste Teil des Wandfrieses im Palais Stoclet im belgischen Brüssel. Der Wandfries besteht aus acht Teilen und hat eine Gesamtgröße von etwa 2 Metern Höhe und 8 Metern Breite.

Geschichte vom Stoclet Fries

Adolfe Stoclet war ein belgischer Großindustrieller, welcher den Wiener Architekten Josef Hoffman damit beauftragte ihm in Brüssel ein Stadtpalais zu bauen. Hoffman nahm die „Wiener Werkstätte“ unter Vertrag, um sich um die Innenausstattung zu kümmern. Da Klimt ein enger Freund Stoclets und Hofmanns war, bekam er den Zuschlag die Wandgestaltung des großen Esszimmers zu übernehmen.

Klimt begann 1905 mit der Planung und fertigte erste Entwurfszeichnungen an. Da dieser Auftrag in den Höhepunkt seiner „Goldzeit“ fiel, war dies auch die dominierende Farbe, welche Klimt zur Gestaltung vom Wandfries wählte. Er kreierte ein -nach eigenen Worten- paradiesisches Szenario. Klimt änderte seine Entwürfe ständig und es dauerte bis 1909, bevor er schließlich zufrieden war und mit den Arbeiten am Wandfries begann. Die letztendliche Montage fand 1911 unter der Aufsicht Klimts statt.

Der Fries besteht an The Stoclet Friezeden Längswänden des 12m x 6m großen Esszimmer aus zwei beinahe spiegelbildlichen Teilen, welche durch den Lebensbaum mit dessen Goldranken dominiert werden. Diese werden von Vögeln, Schmetterlingen und Blüten zum Leben erweckt. An der linken Wand befindet sich neben dem Baum eine einzelne Figur, welche Klimt „Die Erwartung“ nannte, auf der rechten Wand steht ein sich umarmendes Paar, welches von dem Künstler „Die Erfüllung“ getauft wurde. Am schmalen Ende des Esszimmers ist der „Goldene Ritter“.

Klimt verstand es, zur Freude der Auftraggeber, den Stoclet Fries trotz der vielen Goldeinlagen nicht zu erdrückend wirken zu lassen.

Da der Palais nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist kann man lediglich den Entwurf von Gustav Klimt in Originalgröße bewundern. Dieser wurde jahrelang restauriert und wurde im Wiener Museum für angewandte Kunst anlässlich des 150. Geburtstags von Gustav Klimt der Öffentlichkeit vorgestellt.